Gute Veranstaltung, aber schlecht vorbereitet!

Info-Veranstaltung zur Flüchtlingsunterbringung in Chorweiler muss unbedingt wiederholt werden

Die von mir an dieser Stelle von den Entscheidungsträgern zur Chorweiler Notaufnahme-Einrichtung geforderte schnelle und umfassende Information der Bevölkerung in Chorweiler fand am heutigen Montag (17.08.2015) statt, doch kaum jemand war da. Das ist die ernüchternde Feststellung, die ich heute Abend machen musste. Wie sich herausstellte, hatte es die Bezirksregierung Köln leider versäumt, in ausreichender und zeitlich gerechter Form über die Veranstaltung zu informieren.

So war es nicht verwunderlich, dass im AWO Marie-Juchacz-Zentrum  rund zwei Drittel aller eingerichteten Sitzplätze leer blieben. Ein Jammer angesichts der Tatsache, dass die gleichwohl abgehaltene Veranstaltung umfassend und sehr gut informierte. Doch was nützt das, wenn vergessen wurde, eine entsprechende Bewerbung vorzunehmen.

Ich habe deshalb mit allem Nachdruck darum gebeten, die Veranstaltung für die Menschen in Chorweiler zu wiederholen und mit einem ausreichenden zeitlichen Vorlauf professionell zu bewerben.  Seitens der Veranstalter wurde mir eine entsprechende Zusage gemacht.

Notaufnahme von Flüchtlingen in Köln-Chorweiler

Kossiski: In der Not zusammen stehen

Zur Situation der Notaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Köln-Chorweiler erklärt der Landtagsabgeordnete für den Kölner Norden und stellvertretende Vorsitzende des NRW-Innenausschusses, Andreas Kossiski (SPD):

„In der Not stehen Kölnerinnen und Kölner bekanntlich gerne zusammen. Das haben sie in der langen Geschichte unserer Stadt schon oft bewiesen. Deshalb habe ich großes Vertrauen in die Menschen in Chorweiler, dass sie die Situation mit der vorübergehenden Notunterbringung von rund 1000 Flüchtlingen gemeinsam meistern.

Wer Tag für Tag die verstörenden Bilder von Kriegen, terroristischen Bombenanschlägen, Hunger und Elend sieht, versteht, weshalb Menschen um das nackte Überleben kämpfen und flüchten. Wir, die wir in Frieden und Freiheit und im Vergleich zu Flüchtlingen im Wohlstand leben, können deshalb Flüchtlingen helfen, ohne Angst leben zu können. Gerade in unserer weltoffenen Stadt, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft leben.

Wir dürfen keine Mauern um Europa bauen, um uns abzuschotten. Und gerade wir in Deutschland wissen, dass Mauern letztlich doch von Menschen überwunden werden. Deshalb ist es wichtig, dass wir die zu uns kommenden Menschen willkommen heißen, um sie in unsere Gesellschaft möglichst rasch zu integrieren.

Vor allem muss so schnell wie möglich dafür gesorgt werden, dass eine Erstunterbringung in Zelten – wie jetzt in Chorweiler – nur vorübergehend ist. Die Suche nach geeigneten Standorten muss ebenso uneingeschränkt fortgesetzt werden, wie die verantwortlichen Entscheidungsträger die Bevölkerung in Chorweiler schnell und umfassend zu informieren haben – auch im Hinblick auf die Dauer der Notunterbringung. Die überaus stark zunehmenden Flüchtlingszahlen waren von niemand vorhersehbar, so dass aus der Not heraus eine Erstunterbringung in Zelten aber immer noch besser ist, als Flüchtlinge einfach auf Straßen und Plätzen sich obdachlos selbst zu überlassen.

Ich werde mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass die in Köln üblichen Standards zur Unterbringung von Flüchtlingen beachtet werden. In diesem Zusammenhang gilt mein Dank insbesondere all den vielen Menschen, Hilfsorganisationen und Vereinen, die vor allem ehrenamtlich Flüchtlingen helfen. Dankbarkeit und Hochachtung zolle ich auch denen, die mit Spenden, Bekleidung oder Lebensmitteln ihren Beitrag zu einer Willkommenskultur leisten.

Besonders wichtig erscheint mir, dass wir uns überall in Deutschland nicht nach dem Sankt-Florians-Prinzip verhalten und darauf warten, dass andere woanders helfen sollen. Auch für parteipolitisches Gezänk ist in der aktuellen Notsituation kein Platz. Wir haben alle Verantwortung, um in dieser Zeit zu helfen. Auch in Köln, auch in Chorweiler. Kirchliche Organisationen, gesellschaftliche Gruppen, Politik und einzelne Menschen im Kölner Norden haben in diesem Jahr mit der Unterzeichnung der Chorweiler Friedenserklärung ein richtiges und wichtiges Signal gesetzt.”

Praktikumsbericht von Zeynep Alraqeb

Was Leidenschaft mit dem Landtag zu tun hat

Zeynep

“Politik ist kein Amüsement, sondern eine Leidenschaft.“ Raymond Barre

Es kocht. Es brodelt. Ich nehme den Wasserkocher und gieße das heiße Wasser in die Tasse. Fertig ist der Tee.

So, glauben viele, verbringt der Praktikant einen Teil seines Alltages in der Berufswelt. Kaffee kochen. Kopieren. Keine besonderen Aufgaben oder Erlebnisse. Vielleicht ist es woanders so, aber nicht hier. Nicht in der Politik.

Kurz nach meinem Auslandssemester hatte ich die Möglichkeit für einige Wochen beim Landtagsabgeordneten und DGB Regionsgeschäftsführer Andreas Kossiski ein Praktikum zu machen. An dieser Stelle könnte ich anfangen, ausführlich zu erzählen, dass ich an Fraktionssitzungen, Arbeitskreisen oder Ausschüssen teilgenommen habe. Ich könnte erzählen, wie der Alltag eines Politikers ist. Anstrengend und lang. Das mache ich aber nicht. Erstens, weil es schon zahlreiche Praktikumsberichte dieser Art gibt und zweitens, weil so die Besonderheit des Praktikums verloren geht. Vielmehr möchte ich über einzigartige Erfahrungen und Erlebnisses berichten. Ich möchte Erfahrung und Wissen teilen, die ich auch nach der Zeit des Praktikums immer mit mir tragen werde und die hoffentlich viele ermutigen, mal selbst ein Blick in die Politik zu werfen. Los geht’s.

Dass Politiker viele Termine und Gespräche haben, ist bekannt und üblich. Dass Praktikanten die Möglichkeit haben, dabei zu sein, weniger. Doch während meines Praktikums hatte ich die Chance, an vielen diversen Terminen des Landtagsabgeordneten teilzunehmen. Seien es Beiratssitzungen oder ein Austausch mit der brasilianischen Delegation. Dies gibt nicht nur einen Einblick in die politische Welt, vielmehr lernt man dadurch unterschiedliche Menschen kennen, denen man sonst nicht begegnet wäre. Aber nicht nur das.

Am ersten Tag meines Praktikums habe ich an der wöchentlichen Bürobesprechung teilgenommen. Mit der Teilnahme verbindet sich allerdings nicht nur die bloße physische Präsenz, sondern vielmehr Teil des Ganzen zu sein. Ich wurde stets gefragt, ob es meinerseits Ergänzungen, Ideen oder Anmerkungen gab. Dadurch musste man alle Gespräche stets mit hoher Aufmerksamkeit und Konzentration beobachten, was ein deutlicher Unterschied zur Vorlesung ist – wo man manchmal einfach abschalten kann. Daneben lernt man viel Geduld zu besitzen, denn einige Sitzungen dauerten teilweise Stunden und man teilte vielleicht nicht jede Ansicht eines Redners.

Da Andreas Kossiski nicht nur Landtagsabgeordneter ist, sondern auch DGB Geschäftsführer der Region Köln-Bonn, konnte ich auch einen tieferen Blick in die Gewerkschaftslandschaft werfen. So wurde mir nochmals ihre Bedeutung deutlich. Mit dem Hinblick auf dem 1. Mai wurde selbstverständlich Vieles geplant. Es war sehr interessant zu beobachten, wie wichtig es ist, zu koordinieren und leiten.

Vieles habe ich erlebt, gehört und gelernt. Wunderbare Menschen, wichtige Eigenschaften und viel über mich selbst. Politik gehört nicht zu den leichtesten Aufgaben im Leben. Sie ist mit viel Verantwortung, Risiko und Anstrengung verbunden. Doch wenn man für seine Überzeugungen steht, wenn man Leidenschaft hat und den Glauben wirklich etwas zu bewegen, dann sind diese nur kleine Steine auf dem Weg dahin.

Es brennt. Es kocht. Es brodelt. Nein, es ist nicht der Wasserkocher, sondern die Leidenschaft und Energie eines Politikers und Gewerkschaftlers etwas vorantreiben und verändern zu wollen.

Ich bin dankbar und froh, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

Zeynep Alraqeb ist Studentin der Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und stellvertretende Vorsitzende der Jusos Köln.

Bund fördert „Nationale Projekte des Städtebaus“ in Köln

Stadtteilzentrum Chorweiler und Via Culturalis erhalten zusammen 9,8 Millionen Euro

Heute wurde die Verteilung der Fördermittel aus den „Nationalen Projekten des Städtebaus“ bekannt gegeben. Die beiden Kölner Städtebauprojekte „Via Culturalis“ und „Stadtteilzentrum Chorweiler“ werden erhebliche finanzielle Unterstützung von Bundesseite erhalten. Dafür haben die Kölner SPD-Bundestagsabgeordneten und auch der Kölner OB-Kandidat und Landtagsabgeordnete Jochen Ott in den vergangenen Monaten intensiv geworben.

Der Bundestagsabgeordnete und SPD-Fraktionssprecher für Kultur und Medien, Martin Dörmann, erklärte: „Mit großer Freude habe ich von der heutigen Entscheidung der Expertenjury erfahren. Ganz offensichtlich haben die beiden Kölner Städtebaukonzepte als national beispielgebend überzeugt! Insbesondere das Ensemble der Kulturbauten um die Via Culturalis hat nicht nur nationale, sondern auch internationale Bedeutung. Die Dichte und Konzentration der Kulturgüter, der Vielzahl an historischen und (teilweise zukünftigen) modernen Bauten, der bedeutenden archäologischen Fundstücke sowie der direkten Nachbarschaft zum Weltkulturerbe Kölner Dom macht ein einzigartiges städtebauliches und architektonisches Ensemble aus, das es nun mit Bundesunterstützung für die Zukunft weiterzuentwickeln gilt.“

In der kommenden Dekade stehen erhebliche bauliche Veränderungen an, die dieses 2000-jährige Stadtquartier wesentlich verändern und weiterentwickeln werden. Die Komplexität der Vorhaben, die Vielzahl der privaten und öffentlichen Maßnahmen, das erhebliche Investitionsvolumen sowie die Prominenz der beteiligten Institutionen unterstreichen die außergewöhnliche Bedeutung des Vorhabens, das nun vom Bund mit einer Fördersumme von 4,8 Millionen Euro unterstrichen wird.

Ebenso wird ein weiteres, ganz anders gelagertes Städtebaukonzept in Köln-Chorweiler unterstützt. Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat und Landtagsabgeordnete Jochen Ott erklärte dazu: „Der Stadtteil Chorweiler als eine in den 1970er Jahren geplante neue Stadt in der Stadt ist über die Grenzen der Stadt bekannt. Schon lange arbeiten wir zusammen mit lokalen und anderen Akteuren daran, die schwierige Lage vor Ort zu verbessern. Dass das Leben im Stadtteil dringend verbessert werden muss. Auch wenn noch vieles zu tun ist, um angesichts langjähriger soziostruktureller Probleme eine Trendwende einzuleiten, hat Chorweiler auch Chancen als Ort der Vielfalt von Nutzungen und Lebensstilen. Die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation sind daher zukunftweisend für gleichartige Stadtteile Kölns (Finkenberg, Kölnberg), aber auch für andere Städte mit ähnlicher Problemstellung.“

Der Kölner Bundestagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvize Dr. Rolf Mützenich ergänzte: „Chorweiler braucht dringend Hilfe! Der andauernd desolate bauliche Zustand einiger Teile des Stadtteils erfordert einen strukturellen Neuansatz. Wir sind froh, dass der Bund das Kölner Stadtentwicklungskonzept unterstützt.“

Erhebliche Bestände in Chorweiler, die sog. Bergstedt-Immobilien sind in den Händen eines Zwangsverwalters. Die mit städtischer Mehrheit agierende Wohnungsgesellschaft GAG Immobilien AG soll die Bestände erwerben und mit städtischer Unterstützung notwendige Instandhaltungs- und Umfeldmaßnahmen vornehmen. Der Bund wird dies nun mit fünf Millionen Euro unterstützen.

Mit dem seit 2014 aufgelegten Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ stellt das Bundesbauministerium erstmals erhebliche Bundesmittel zur Verfügung, um herausragende Projekte des Städtebaus auszuzeichnen und zu fördern. Insgesamt 150 Millionen Euro stehen für investive und konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler Wahrnehmbarkeit, hoher Qualität, überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder hohem Innovationspotenzial bereit.

Eine vom Bundesbauministerium berufene Jury aus Mitgliedern des Deutschen Bundestages und Experten verschiedener Fachdisziplinen hat unter Vorsitz des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold „Premium-Projekte“ aus der großen Zahl der Anträge ausgewählt.

GdP in Köln jetzt noch schlagkräftiger

Ehrung_Andreas_Kossiski_GdPAm gestrigen Donnerstag (2. Juli 2015) wurde ich Zeuge eines lang ersehnten Zusammenschlusses zweier bislang getrennt agierender Kreisgruppen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Köln. Historisch bedingt gab es eine GdP-Untergliederung in Köln, aber auch in Leverkusen und bei der Autobahnpolizei. Nach der vor Jahren erfolgten Behördenzusammenführung – alle drei sind seit dem im Polizeipräsidium Köln vereint – machte es nur Sinn, die GdP-Mitglieder dieser Polizeibehörde unter ein Dach zusammen zu führen. Auf der gestrigen Mitgliederversammlung ist dies nun endlich gelungen.

Meinen Glückwunsch dazu konnte ich in einem Grußwort bereits zu Beginn der Versammlung überbringen. Meine Gratulation gilt dem neu gewählten Vorstand der mit über 3.500 Mitgliedern größten GdP-Kreisgruppe in Deutschland, insbesondere dem Vorsitzenden Andreas Pein. Ihm und dem gesamten Vorstand gegenüber habe ich meine Bereitschaft ausgedrückt, für gewerkschaftliche und politische Gespräche immer zur Verfügung zu stehen.

Ehrung_Adreas_Kossiski_GdP_II Am Rande der Veranstaltung wurde ich, zu meiner Freude, mit einer Urkunde geehrt: Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft der Polizei. Denn Gewerkschaftszugehörigkeit war für mich schon als junger Polizist, damals noch in Schleswig-Holstein, eine Selbstverständlichkeit.

Innenminister Jäger ist tief betroffen über Unfalltod einer Polizistin und eines Polizisten

Innenminister Ralf Jäger ist von dem Unfalltod einer 46-jährigen Polizeibeamtin und ihres 51-jährigen Kollegen tief betroffen. Die beiden waren in der vergangenen Nacht in ihrem Streifenwagen bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A 44 ums Leben gekommen. „Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Familien, Freunden und Kollegen. Mit ihnen trauert die gesamte NRW-Polizei. Das Geschehen zeigt aufs Neue die Risiken, denen unsere Polizisten bei ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sind“, sagte Jäger.

Als äußeres Zeichen der Trauer fahren die Funkstreifenwagen der NRW-Polizei vorerst für eine Woche mit einem Trauerflor.

Andreas Kossiski: Sehr traurig! Ich habe vor einigen Jahren in Schleswig-Holstein auch einen Kollegen durch solch einen Unfall verloren. Dies macht deutlich, dass auch alltägliche Einsätze dramatisch enden können.

Rechtssicherheit für junge Flüchtlinge und Ausbildungsbetriebe NRW

jaeger-e1425657169838-150x150Innenminister Jäger: Eine qualifizierte Ausbildung ist ein wesentlicher Faktor für gelungene Integration

Das Ministerium für Inneres und Kommunales (MIK) teilt mit:

Ab sofort können die nordrhein-westfälischen Ausländerbehörden jungen Flüchtlingen, die einen Ausbildungsplatz gefunden haben, eine Duldung aussprechen. “Damit schaffen wir zu Beginn des Ausbildungsjahres Rechtsicherheit für die Ausbildungsbetriebe und die jungen Flüchtlinge. Zusätzlich erkennen wir die Integrationsbemühungen und das Engagement der jungen Menschen an”, betonte Innenminister Jäger.

Arbeitsminister Guntram Schneider erklärte: “Wir schöpfen in Nordrhein-Westfalen damit die Möglichkeiten, die das Land hat, aus und ermöglichen jungen Menschen hier eine Ausbildung zu beginnen und abzuschließen. Damit haben auch die Unternehmen eine Planungssicherheit. Sicher, besser wäre es, wenn der Bund für eine klare rechtliche Regelung sorgen würde. Darüber verhandeln wir noch. Aber als Land setzen wir ein klares, integrationspolitisches Signal!”

Das Innenministerium weist in seinem Schreiben an die NRW-Ausländerbehörden darauf hin, dass die Duldung im begründeten Einzelfall schon von Beginn an und für die Dauer der gesamten Berufsausbildung erteilt werden kann. Die Ausländerbehörden können in diesem Zusammenhang ihr Ermessen nutzen.

Damit greift Nordrhein-Westfalen eine von der Bundesregierung im Gesetzgebungsverfahren zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung dargelegte Rechtsauffassung auf. Die Bundesregierung stellte klar, dass die Aufnahme einer Berufsausbildung zu den dringenden persönlichen Gründen zählt und eine Duldung daher bereits nach geltender Rechtslage erteilt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.mik.nrw.de/themen-aufgaben/auslaenderfragen.html

Vernunft hat sich durchgesetzt

Großer Erfolg für Chorweiler

Mitte Mai musste ich an dieser Stelle noch über den damals gescheiterten Versuch berichten, eine Übernahme und Sanierung der zwangsverwalteten Häuser der so genannten Bergstedt-Immobilien in Chorweiler-Mitte zu erreichen. Ich hatte das als Skandal zu Lasten von abertausenden Mieterinnen und Mietern gebrandmarkt, aber auch die Hoffnung ausgedrückt, dass sich am Ende politische Vernunft durchsetzen wird. So ist es nun geschehen.

Am Freitag (26. Juni 2015) hat nun endlich der Aufsichtsrat der GAG Immobilien AG unter der Anfang dieser Woche vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Betrauung mit dem „Chorweiler-Paket“ zugestimmt und für den Erwerb der sog. Bergstedt-Immobilien in Chorweiler votiert. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um das Lebensumfeld einer großen Zahl von Menschen in Chorweiler nachhaltig zu verbessern. Eine Sanierung von 1.200 maroden Wohnungen, in denen rund viertausend Menschen leben, rückt damit in greifbare Nähe!

Viele haben schlussendlich dazu beigetragen, dass sich politische Vernunft und soziale Verantwortung durchgesetzt haben. Ihnen allen ist zu danken, an vorderster Stelle Oberbürgermeister Jürgen Roters und dem Kölner Oberbürgermeisterkandidaten Jochen Ott.

Fast zeitgleich ist noch ein weiterer Erfolg für Chorweiler zu vermelden. Denn darüber hinaus stehen für Startermaßnahmen in Chorweiler noch in diesem Jahr 539.000 Euro zur Verfügung, die aus dem erst kürzlich beschlossenen Städtebauförderungsprogramm des Landes stammen, von dem Köln knapp über 4, 5 Millionen Euro erhält. Zu den so genannten Startermaßnahmen gehören der Umbau und die Neugestaltung von Spielplätzen, aber auch Änderungen und Verbesserungen der Wegeführungen.

Die Städtebauförderung des Landes ist in mehrerlei Hinsicht wichtig für unsere Städte und Gemeinden: Wir bekommen Geld für unsere kommunale Infrastruktur, zugleich erzielen wir mit den Bauprojekten volkswirtschaftliche Effekte, die über das eigentliche Ziel der integrierten baulichen, ökonomischen und sozialen Erneuerung hinausgehen.

Praktikumsbericht Felix Kaminski aus dem Wirtschaftsministerium NRW

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Durch die Vermittlung eines Praktikums ins Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen (MWEIMH) konnte ich dem Abiturienten Felix Kaminski aus Köln die Möglichkeit verschaffen, Einblick in sein Interssengebiet Energiewirtschaft zu bekommen. Felix war mit seinem Praktikumsverlauf sehr zufrieden. 

Lesen Sie hier mehr über seine Erfahrungen im Wirtschaftsministerium NRW.

In der Zeit vom 2.6 – 23.6.2015 habe ich im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen (MWEIMH) ein freiwilliges Praktikum absolviert – und es hat sich gelohnt!

Eingesetzt wurde ich im Ministerium, auf meinen eigenen Wunsch hin, in der Abteilung V “Energiewirtschaft, Kerntechnik und Bergbau”. Ich wollte in diesem Bereich mein Praktikum absolvieren, da auch mein zukünftiges Studium auf die Energiewirtschaft ausgerichtet sein wird.

Bereits am ersten Tag wurde ich herzlich von den Kolleginnen und Kollegen begrüßt. Gemeinsam haben wir mir einen eigenen und vollständig ausgestatteten Arbeitsplatz in einem Zweierbüro eingerichtet.

Mein Arbeitstag bestand sowohl aus eigenständigen Arbeiten an meinem Arbeitsplatz als auch aus der Begleitung meiner Vorgesetzten zu unterschiedlichsten Terminen. So konnte ich beispielsweise an einer interministeriellen Abstimmungskonferenz zum zukünftigen “Fortschrittsbericht Energiewende 2015″ teilnehmen. Mit Vertretern der unterschiedlichen Ministerien haben wir in der Staatskanzlei darüber diskutiert, wie dieser Bericht aufgebaut sein soll.

Einen weiteren imposanten Tag erlebte ich als wir bei einem Expertengespräch zur Zukunft des Rheinischen Braunkohlereviers teilgenommen haben. Das Land NRW muss entscheiden, wie weit sich das Braunkohleabbaugebiet Garzweiler II ausbreiten darf. In der Staatskanzlei erlebten wir mit den Vertretern einer Bürgerinitiative der anliegenden Ortschaften, des Abbauunternehmens, Umweltschutzorganisationen, Gewerkschaften, Politikern und Ministeriumsbeamten eine hitzige und interessante Diskussion. Ein Ausgleich der Interessen, das habe ich gelernt, ist da nicht so einfach.

Auch den Landtag konnte ich mal von innen sehen als wir gemeinsam im Wirtschaftsausschuss waren. Leider hat in meiner Praktikumszeit keine Debatte im Plenum des Landtags stattgefunden. Die hätte ich gerne einmal miterlebt, aber vielleicht werde ich das noch einmal als Besucher nachholen.

Aber auch wenn mal kein Termin anstand wurde mir nicht langweilig: So habe ich zum Beispiel einen Bericht darüber verfasst, wie schnell und gut der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Vergleich zu anderen Bundesländern vonstattengeht. Auch wenn der Anteil der Erneuerbaren Energien im Strommix von NRW sehr gering ist, so ist die absolut eingespeiste Energie aus Erneuerbaren Energien recht hoch. NRW hat nun mal als größter Energieerzeuger und Energieverbraucher auch eine hohe Anzahl an konventionellen Kraftwerken, was den Anteil der Erneuerbaren Energien prozentual nach unten drückt.

Desweiteren habe ich Stellungnahmen von Verbänden, Unternehmen und Gewerkschaften zum Grünbuch “Ein Strommarkt für die Energiewende” für die internen Dokumente des Ministeriums aufbereitet und zusammengefasst.

Ein Highlight meines Praktikums war mit Sicherheit der Besuch der Jahreshauptveranstaltung der Klima.Expo.NRW am 19.06.2015. Zusammen mit Minister und Abteilungsleiter konnte ich einen Einblick in die aktuellsten Pilotprojekte zum Klimaschutz in NRW gewinnen. Ob eine smarte Straßenbeleuchtung in Essen oder neue energieeffiziente Produktionsanlagen in der Industrie – NRW will Vorreiter im Klimaschutz werden.

Auch die Atmosphäre innerhalb der Abteilung habe ich stets als angenehm empfunden. So waren wir auch während der Mittagspause immer gemeinsam in der Kantine essen und haben, wenn wir noch etwas Zeit hatten, noch eine Runde Tischkicker gespielt.

Es bleibt vor allen Dingen der Eindruck haften, dass Energiepolitik ein heikles Themenfeld ist: Sowohl für eine saubere, bezahlbare aber auch sichere Energieversorgung zu sorgen, ist eines der schwierigsten politischen Themenfelder. Von daher bin ich froh, hier einmal einen kleinen Einblick bekommen zu haben.

Insgesamt blicke ich mit ein wenig Wehmut auf drei lehrreiche, schöne aber auch anstrengende Wochen zurück. Ich bin fest davon überzeugt, dass mir das Praktikum sowohl inhaltlich im Bezug auf die Komplexität der Energiepolitik als auch persönlich (in dem ich einen Einblick in die Arbeit der Exekutive bekommen habe) etwas gebracht hat. Von daher kann ich ein solches Praktikum nur weiter empfehlen.

Ganz herzlich möchte ich mich bei Herrn Kossiski bedanken, der es mir ermöglicht hat, dieses Praktikum zu absolvieren. Ohne Sie wäre ein Praktikum als noch-nicht-Student im Ministerium nicht möglich gewesen. Ich freue mich, dass ich durch Sie einen Teil der Zeit zwischen Schulende und dem Start des Studiums sinnvoll nutzen konnte.

Vielen Dank dafür!

Felix Kaminski